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2001.12.19 - Europas beste Bauten 2001

Europas beste Bauten 2001

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur -
Mies van der Rohe Pavillon Preis

24. Jänner bis 22. März 2002


Der Juryentscheid für den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur - Mies van der Rohe Pavillon Preis 2001 ging an das Kursaal-Zentrum des Architekten Rafael Moneo in San Sebastián, Spanien. Die Veranstaltungsreihe ARCHITEKTUR IM RINGTURM präsentiert von 24. Jänner bis 22. März 2002 Pläne, Fotos und Modelle des Siegerprojekts sowie weitere 36 ausgewählte Projekte aus den Einreichungen zu diesem bedeutenden Preis.

Der Preis der Europäischen Union (EU) für zeitgenössische Architektur - Mies van der Rohe Pavillon Preis wird alle zwei Jahre von der EU und der Mies van der Rohe Stiftung in Barcelona für herausragende Leistungen zeitgenössischer europäischer Architektur vergeben.
Eine Gruppe unabhängiger Experten für zeitgenössische Architektur aus ganz Europa, die von der Fundació Mies van der Rohe zusammengestellt wird reicht die Vorschläge ein. Eine internationale Jury aus Architekten, Kritikern und Architekturhistorikern wählt aus diesen Nominierungen ein Siegerprojekt aus, das mit der Mies-van-der-Rohe-Pavillon-Skulptur und einer Summe von 50.000 Euro ausgezeichnet wird. Eine weitere Skulptur wird an ein Werk als besondere Anerkennung für vielversprechende junge Architekten vergeben. Darüber hinaus wird auch eine Reihe beispielhafter Arbeiten in einer Ausstellung und in einem Katalog präsentiert.


Der Juryentscheid: In einer ersten Sitzung im Februar 2001 in Barcelona begutachtete die Jury die mehr als 200 eingereichten Arbeiten und ermittelte daraus eine vorläufige Liste an Projekten für die Ausstellung und den Katalog, die in späterer Folge auf 39 Projekte festgelegt wurde.


Aus dieser Runde erfolgte eine weitere Auswahl der vier Finalisten, die von der Jury vor Ort besichtigt wurden: das Altamira Museum und Forschungszentrum, Santillana del Mar, Spanien von Juan Navarro Baldeweg; der neue Justizpalast von Nantes von Jean Nouvel; die Unibank-Zentrale in Kopenhagen von Henning Larsen und den Palacio Kursaal in San Sebastián, Spanien von Rafael Moneo.
In einem zweiten Treffen in Kopenhagen berieten sich die Jurymitglieder über die vier Arbeiten und ihre jeweiligen Verdienste und hielten dabei folgendes fest: Das Altamira-Museum und Forschungszentrum reflektiert in intelligenter und feinfühliger Art die topographischen Gegebenheiten. Beim Besuch des Justizpalastes von Nantes beeindruckten die Dramatik und Ausdruckskraft des Gebäudes, die seine Bestimmung als bedeutendes öffentliches Gebäude eindrucksvoll unterstreichen. Den Unibank-Hauptsitz schätzte die Jury wegen seiner eleganten und gelungenen Erfüllung der wirtschaftlichen Vorgaben und des geschickten Entwurfs einer urbanen Form, die eine Ergänzung sowohl der städtischen Bauten als auch des Uferbereichs darstellt.
Der Juryentscheid fiel dann auf die meisterhafte Lösung des Palacio Kursaal. In seiner Begründung hob die Jury die Beziehung des Gebäudes zu seinem einzigartigen Standort hervor. In seiner wirkungsvollen Synthese formaler Ideen entspricht der Palacio Kursaal in hervorragender Weise sowohl den städtebaulichen Anforderungen als auch der umgebenden Landschaft. Das einprägsame Bild zweier an den Strand geschwemmter Felsen spiegelt seine Stellung in der Bucht und die dahinter liegende Berglandschaft wider, während die wuchtigen Dimensionen, radikalen Geometrielinien und lichtdurchlässigen Materialien dem Ensemble eine einzigartige Stellung im städtischen Gefüge verleihen.


Aus zwölf vorgeschlagenen Projekten ging die besondere Anerkennung für vielversprechende junge Architektur an das Kaufmann Holz AG Verteilerzentrum in Bobingen (Deutschland) von Florian Nagler. Diese Arbeit ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein einfaches Lagerhaus einen bedeutenden Beitrag zur zeitgenössischen Architektur leisten kann.


Das Siegerprojekt: der Palacio Kursaal in San Sebastián, Spanien, von Rafael Moneo. Die Schönheit der Stadt San Sebastián beruht großteils auf seiner Landschaft und seiner Umgebung. Der Architekt schlug vor, ein Gebäude zu errichten, das die Präsenz des Flusses in der Stadt nicht stört. Das Kursaal-Auditorium und die Kongreßhalle – die programmatischen Schlüsselelemente des Projekts - sind als getrennte autonome Volumina ausgeführt: zwei gigantische an der Flußmündung gestrandete Felsen. Die Ausstellungshallen, Sitzungssäle, Büros, ein Restaurant und Musikvereinigungen befinden sich in der Plattform im Sockel dieser Kuben.


Das im größeren der beiden Prismenkörper enthaltene Auditorium bekennt sich zu seiner geographischen Sonderstellung durch eine leichte Neigung zum Meer. Der Raum des 1.828 Sitze fassenden Auditoriums ist in das Glasprisma asymmetrisch eingeschrieben und scheint darin zu schweben. Diese Anordnung führt den das Foyer betretenden Besucher automatisch zur obersten Ebene, von wo der Berg Urgull und das Meer von einem einzigartigen Fenster aus betrachtet werden können. Dieses Fenster durchbricht die außen und innen mit speziellen Schichtglaselementen verkleidete doppelwandige Stahlskelettkonstruktion. Das Ergebnis ist ein neutraler, lichtdurchfluteter Innenraum, der mit der Außenwelt nur durch das Foyerfenster kommuniziert.
Die rechteckige Halle wurde nach den von Akustikern entworfenen Prinzipien der Schalloptimierung gebaut: das Verhältnis der Länge zur Breite ist annähernd quadratisch, die Decke ist flach und die Höhe schafft ein Volumen von ca. 10 m³ pro Zuschauer. Da die Halle keine Unterteilungen aufweist und frei steht, können die Besucher von jedem Eingangstor in alle Bereiche gelangen


Ähnliche Design- und Konstruktionskriterien bestimmten auch die Planung der kleineren Kongresshalle, die ebenfalls in ein geneigtes Prisma eingeschrieben ist. Der offene Raum auf der Plattform darunter beherbergt die Eingänge zum Auditorium und zur Kongresshalle, die Informations- und Kartenschalter sowie den Zugang zur Parkgaragenkonstruktion für 500 Autos. Diese Sockelplatte ist der Raum, auf dem das Kulturzentrum und die Stadt zusammentreffen.


Die Ausstellung: Die Schau zu „Europas beste Bauten 2001“ („European Architecture“) wurde im Sommer 2001 im Mies van der Rohe Pavillon, Barcelona, erstmals präsentiert. Als Wanderausstellung kommt sie jetzt aus Leuven in Belgien und wird nach der Wiener Präsentation im Ausstellungszentrum im Ringturm in weiteren europäischen Zentren zu sehen sein.Die Präsentation zeigt das Siegerprojekt und das mit der Anerkennung für vielversprechende junge Architekten ausgezeichnete Werk (Verteilerzentrum Kaufmann Holz AG) sowie 35 Finalistenprojekte. Pläne, Fotos und über 20 Modelle präsentieren die architektonische Qualität und Vielfalt dieser zeitgenössischen Architektur in Europa.


Der Katalog (in englischer Sprache): Die Ausstellung wird von einem umfassenden Katalog begleitet. European Union Prize for contemporary Architecture. Mies van der Rohe Award. 176 Seiten mit zahlreichen Abbildungen in Farbe. Verlag Actar Press, Barcelona. Erscheinungsjahr 2001. Preis: 30 Euro (ATS 412,81). Die Ausstellung und der Katalog wurden realisiert mit der Unterstützung des Programms Kultur 2000 der Europäischen Union.


Kuratoren: Fundació Mies van der Rohe, Diane Gray

Die Projekte
Palacio Kursaal
San Sebastián, Spanien

Rafael Moneo


Distributionszentrum Kaufmann Holz AG
Bobingen, Deutschland

Florian Nagler
Florian Nagler Architekt


Studentenheim in Polo II
Universidade de Coimbra
Coimbra, Portugal

Manuel Aires Mateus
Francisco Aires Mateus
Aires Mateus e Associados, Lda


Peckham Bibliothek und Medienzentrum
London, Großbritannien

William Alsop
Alsop Architects


Freizeit- und Kulturzentrum
Riudaura, Girona, Spanien

Rafael Aranda
Carme Pigem
Ramon Vilalta
RCR Aranda Pigem Vilalta Arquitectes SL


Wohnanlage Wohnen am Lohbach
Innsbruck, Österreich

Carlo Baumschlager
Dietmar Eberle
B&E Architekturbüro


Roger Raveelmuseum
Machelen aan de Leie, Belgien

Stéphane Beel
Stéphane Beel Architects


Die Botschaften der Nordischen Länder
Berlin-Tiergarten, Deutschland

Alfred Berger
Tiina Parkkinen
Berger+Parkkinen Architekten


Neues Luxor Theater
Rotterdam, Niederlande

Julia B. Bolles-Wilson
Peter L. Wilson
Architekturbüro Bolles + Wilson


New Art Gallery und öffentlicher Platz
Walsall, Großbritannien

Adam Caruso
Peter St John
Caruso St John Architects


Fußballstadion "La Licorne"
Amiens, Frankreich

Philippe Chaix
Jean-Paul Morel
Atelier d’Architecture Chaix & Morel et Associés


Botanischer Garten
Barcelona, Spanien

Carlos Ferrater
Bet Figueras
José Luis Canosa


Muzo Zentrum
Prag, Tschechische Republik

Stanislav Fiala
D3A spol. s.r.o. – Fiala, Prouza, Zima


Canary Wharf Underground Station
London, Großbritannien

Norman Foster
Foster and Partners


Neues Deutsches Parlamentsgebäude, Reichstag
Berlin, Deutschland

Norman Foster
David Nelson
Foster and Partners


Wohnungen im Château de Lez,
das "sprießende Haus" ("L'immeuble qui pousse")
Montpellier, Frankreich

Édouard François


Rolltreppe La Granja
Toledo, Spanien

José Antonio Martínez Lapeña
Elías Torres
Martínez Lapeña – Torres Arquitectos SL


Hauptsitz der Unibank
Kopenhagen, Dänemark

Henning Larsen
Henning Larsen Tegnestue A/S


Museum der schönen Künste
Castellón, Spanien

Luis M. Mansilla
Emilio Tuñón
Mansilla + Tuñón Arquitectos


Teehaus Paço das Infantas
Castelo de Montemor-o-Velho, Portugal

João Mendes Ribeiro


Haus in La Clota
Barcelona, Spanien

Enric Miralles
Benedetta Tagliabue
EMBT Arquitectes Associats


Jugendmusikschule
Hamburg, Deutschland

Enric Miralles
Benedetta Tagliabue
EMBT Arquitectes Associats


Rathaus Utrecht
Utrecht, Niederlande

Enric Miralles
Benedetta Tagliabue
EMBT Arquitectes Associats


Haus Herrera
Sevilla, Spanien

José Morales Sánchez
Juan González Mariscal
José Morales + Juan González


Holländischer Pavillon, Expo 2000
Hannover, Deutschland

Winy Maas
Jacob van Rijs
Nathalie de Vries
MVRDV


Altamira-Museum und Forschungszentrum
Santillana del Mar, Cantabria, Spanien


Juan Navarro Baldeweg
Navarro Baldeweg Asociados SL


Justizpalast Nantes
Nantes, Frankreich

Jean Nouvel


Slowenische Handelskammer, Bürogebäude
Ljubljana, Slowenien

Jurij Sadar
Boštjan Vuga
Sadar Vuga Arhitekti


Haus in Palaio Psychico
Athen, Griechenland

Zoe Samourkas


GSW-Zentrale
Berlin, Deutschland

Matthias Sauerbruch
Louisa Hutton
sauerbruch hutton architects


Fakultät für Informatik
Universität Santiago de Compostela, Spanien

Álvaro Siza Vieira


Gerichtsgebäude
Matosinhos, Portugal

Eduardo Souto de Moura
Souto Moura – Arquitectos Lda.


Neue HELEXPO Eingangsgebäude
Thessaloniki, Griechenland

Katerina Tsigarida
Alexandros Skouvaklis
Nikos Kalogirou


Museum Het Valkhof
Nijmegen, Niederlande

Ben van Berkel
UN Studio van Berkel & Bos


Friedhof Srebrnice
Srebrnice, Slowenien

Aleš Vodopevic
Dušan Ogrin
Davorin Gazvoda


Borneo Sporenburg
Oostelijk Havengebied, Amsterdam, Niederlande

Adriaan H. Geuze
West 8

Appartmenthaus D
Giudecca, Venedig, Italien

Cino Zucchi
Zucchi Architetti


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