Architektur im 20. Jahrhundert
6. Dezember 2000 bis 19. Jänner 2001
In der Veranstaltungsreihe ARCHITEKTUR IM RINGTURM zeigt die Wiener Städtische von 6. Dezember 2000 bis
19. Jänner 2001 die Ausstellung Finnland: Architektur im 20. Jahrhundert. Zu sehen ist ein Überblick über das baukünstlerische Schaffen dieses skandinavischen Landes.
Die finnische Architektur: Finnische Architektur erfreute sich im Verlaufe des gesamten 20. Jahrhunderts eines breiten internationalen Interesses. Besondere Höhepunkte waren die Zeit um den Beginn des Jahrhunderts, als die Architektur zusammen mit anderen Kulturbereichen die Anstrengungen zur nationalen Unabhängigkeit (1917) unterstützte sowie die 30er Jahre, als die junge selbständige Nation ihr Erscheinungsbild mittels moderner, funktionalistischer Architektur prägte. Es folgte die Wiederaufbauphase der 50er Jahre, als sich eine eigene finnische Interpretation der Nachkriegsmoderne entwickelte, deren Charakteristika auf der finnischen Topografie und den klimatischen Bedingungen beruhten. Das Ende der 90er Jahre kann als der letzte Höhepunkt des Jahrhunderts gesehen werden, wie das Interesse internationaler Medien, Kritiker und Historiker zeigt.
Das Thema: Zentrales Thema der Ausstellung Finnland:Architektur im 20. Jahrhundert ist die Entwicklung der Gesellschaft und deren Einfluss und Verquickung mit städtebaulichen, architektonischen und bautechnischen Fragen.
Die Ausstellung versucht aufzuzeigen, welche unterschiedlichen Antworten auf ein und dasselbe architektonische Problem gefunden wurden und wie diese in Zusammenhang mit Lösungen früherer Perioden standen. Ziel ist die Darstellung der typischen Merkmale jeder Periode; gleichzeitig wurde versucht, die Frage „Was ist Architektur?“ zu beantworten. Räumliche Konzepte, strukturelle Überlegungen, Details und Material werden erklärt. Die grundlegenden Charakteristika der Architektur – wie Rhythmus, Proportion, Oberfläche, Licht und Zeit – werden anhand der Meisterwerke der finnischen Architekturgeschichte dargelegt.
Inhalt und Struktur der Ausstellung beleuchten die Themen, die für jede einzelne Periode stehen, ihre Unterschiede und Kontraste werden durch wichtige historische Ereignisse unterstrichen.
Die Zeitabschnitte: Die finnische Architektur wird in der Ausstellung in zehn Perioden dargestellt.
Aufbau einer finnischen Identität 1900–1909
Optimismus und Entwicklung urbaner Visionen 1910–1919
Verbindungen mit Europa, Zeit des Wandels 1920–1929
Funktionalismus und Technologie 1930–1939
Konsequenzen des Krieges und Wiederaufbau 1940–1949
Die Stärke des Alltäglichen 1950–1959
Wortkarge Schönheit 1960–1969
Bauvolumen für Produktion und Bildung 1970–1979
Thesis und Antithesis 1980–1989
In Richtung eines neuen Jahrtausends 1990–1999
Auf der Basis dieser Gliederung ist in der Ausstellung ein Überblick über das baukünstlerische Schaffen des skandinavischen Landes zu sehen. Der Bogen reicht von den Bauten des finnischen Jugendstils wie z.B. von Herman Gesellius, Armas Lindgren, Eliel Saarinen, Aulis Blomstedt, Erik Bryggman über Gebäude des renommierten Architekten Finnlands Alvar Aalto bis zu den Bauwerken aus heutiger Zeit.
Abgerundet wird die Ausstellung durch die Präsentation des Masterplans für die nordischen Vertretungen im eben entstehenden Botschafterviertel der neuen Hauptstadt Berlin von Berger + Parkkinen, die in Wien ihren Bürositz haben. Dieser aktuelle Bezug zu Österreich hat sich aus der Lehrtätigkeit des finnischen Architekten Timo Penttilä (ab 1980 als Nachfolger Roland Rainers über eineinhalb Jahrzehnte Meisterschulleiter an der Akademie der bildenden Künste) entwickelt und setzt sich durch Kari Jormakka fort, der seit 1998 Professor für Architekturtheorie an der Technischen Universität Wien ist.
Zahlreiche Originalpläne und Zeichnungen sowie Modelle zeigen die hochstehende Baukultur. Eine umfangreiche Bildersammlung mit kurzen Erläuterungstexten zu einer Vielzahl von Projekten aus der gesamten Produktion des 20. Jahrhunderts wird in Form von langen Leuchtpulten präsentiert und rundet die international bekannten Arbeiten zu einem „Finnischen Architektur-Panorama” ab.
Die Ausstellung: Die Ausstellung wurde 1999 für Frankfurt konzipiert. Anlässlich des Finnland-Schwerpunktes der Buchmesse im Deutschen Architekturmuseum wurden auf über 1.000 m2 ca. 140 der interessantesten Gebäude des Jahrhunderts präsentiert – von Architekten wie Alvar Aalto, Eliel Saarinen und vielen anderen, darunter die aktuellsten Projekte der letzten Jahre. Nach Talin (Estland) und Paris ist Wien nun die vierte Station der Wanderausstellung.
Diese erste umfassende Ausstellung über finnische Architektur im 20. Jahrhundert wurde gemeinsam vom finnischen Architekturmuseum und dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt erarbeitet. Sie ist für ein großes Publikum konzipiert und soll unter anderem die Rolle der Architektur als Teil des kulturellen und künstlerischen Lebens in Finnland stärken.
In der Ausstellung werden Möbel von Alvar Aalto aus der laufenden Produktion benützbar sein, die von der Firma Artek zur Verfügung gestellt werden. Weiters haben die Firmen Tervakoski und Finnforest sowie die Finnair die Ausstellung unterstützt.
Der Katalog: Sechs illustrierte Textbeiträge geben Einblick in hierzulande wenig bekannte Details. Der Bogen spannt sich über die geschichtliche Entwicklung in einzelnen Dekaden des abgelaufenen Jahrhunderts bis hin zur aktuellen Situation der Architektur Finnlands.
Mit Beiträgen von Ritva Wäre (Direktor Finnisches Nationalmuseum), Riita Nikula (Prof. für Kunstgeschichte, Universität Helsinki); Pekka Korvenmaa (Forschungsdirektor, Universität für Kunst und Design, Helsinki); Sirkka-liisa Jetsonen (Architekt, Forscher); Timo Tuomi (wissenschaftlicher Leiter, finnisches Architekturmuseum, Helsinki); Marja-Riitta Norri (Architektin, Direktorin finnisches Architekturmuseum, Helsinki). Redaktion Adolph Stiller. Zahlreiche Abbildungen, ca. 200 Seiten, Verlag Anton Pustet, Salzburg, Preis ca. 400 Schilling.
Der Kurator: Die Ausstellung wurde vom finnischen Architekturmuseum kuratiert.
Marja-Riitta Norri, Direktorin
Timo Tuomi, wissenschaftliche Leitung
Kirsi Leiman: Ausstellungseinrichtung
Hanna Galtat, Sekretariat
Das 1956 gegründete finnische Architekturmuseum ist das zweitälteste Architekturmuseum der Welt und eine – insbesondere auf Grund seiner Ausstellungen und Publikationen – international renommierte Institution.
Seit 1957 hat das Museum kontinuierlich Wanderausstellungen außerhalb der Landesgrenzen gezeigt, die weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad finnischer Architektur bewirkten.
Links:
Finnische Botschaft, Wien - http://www.finlandemb.at/
Museum für finnische Architektur, Helsinki - http://www.mfa.fi/
Museum für zeitgenössische Kunst, Helsinki - http://www.kiasma.fi/
Alvar Aalto Museum, Jyväskylä - www.jkl.fi/aalto/museum/index.htm
Alvar Aalto Symposium, Jyväskylä - www.jkl.fi/aalto/symposium/previous.htm
Museum von Gesellius, Lindgren und Saarinen, Hvitträsk - www.nba.fi/museums/hvittr/index.htm
Architektenvereinigung Finnland - http://www.safa.fi/
Technische Hochschule, Helsinki - http://www.hut.fi/
Technische Hochschule, Tampere - http://www.tut.fi/
Universität, Oulu - http://www.oulu.fi/
Universität für angewandte Kunst, Helsinki - http://www.uiah.fi/
Architekturbuchhandlungen:
http://www.akateeminen.com/
http://www.suomalainen.com/
http://www.rakennustieto.fi/
Architekturbibliothek - http://www.kirjastot.fi/
Bauinformationszentrum - http://www.rts.fi/