Venedig - Die neue Architektur. Projekte und Realisierungen für die historische Stadt.
10. November 1999 bis 15. Jänner 2000
In der Veranstaltungsreihe ARCHITEKTUR IM RINGTURM zeigt die Wiener Städtische von
10. November 1999 bis 15. Jänner 2000 Wettbewerbsprojekte und sich in der Realisierung befindende Projekte für Venedig, die in den vergangenen fünf Jahren ausgearbeitet wurden. Zu sehen sind Beiträge unter anderem von Santiago Calatrava, David Chipperfield, Frank O. Gehry, Wilhelm Holzbauer und Francesco Venezia.
Mit zahlreichen Initiativen, Plänen und Wettbewerben wurde in den letzten Jahren versucht, die Aufmerksamkeit der internationalen Architektenschaft auf Bauaufgaben im urbanen Gefüge Venedigs zu lenken. Viele Architekten waren aufgefordert, mit ihren Büros jeweils einen Vorschlag zur Lösung eines bestimmten Problems der Stadt zu erarbeiten.
Venedig: Nach nahezu vierzig Jahren wurde für die Lagunenstadt Anfang der 90er Jahre ein neuer, radikaler Stadtentwicklungsplan ausgearbeitet. Die zentrale Zone erstreckt sich von Venedig bis ins Hinterland: Das Gebiet umfasst den Lagunenrand zwischen den neuen Terminals Fusina (für ca. 14.000 Touristen am Tag berechnet, 2.400 Parkplätze für Pkws und 175 Parkplätze für Busse sowie andere Einrichtungen), Tessera und die Hauptindustriezone am Porto Marghera.
Darüber hinaus wurden spezielle Standorte für architektonische Eingriffe innerhalb des historischen Stadtzentrums definiert. Solche befinden sich aber auch auf der Insel Giudecca, im Gebiet des Handelshafens Santa Maria, in der Zone rund um die Piazzale Roma und dem Bahnhof sowie auf der Insel Murano. Weiters wird in der Planung auf den Bereich Arsenal von Venedig besonderes Augenmerk gelegt.
In den genannten Stadtgebieten hat sich eine rege Aktivität entwickelt, zu deren wichtigsten Protagonisten neben der Gemeinde Venedig verschiedene öffentliche und private Institutionen zählen: so u.a. die Hafenbehörde, die Gesellschaft des Parco Scientifico Tecnologico, der Flughafen, die Universitäten von Venedig sowie Immobilien- und Bauentwicklungsgesellschaften wie „Judeca Nova“ und „Edilvenezia“.
Italienische und international tätige Architekten nahmen an den zahlreichen Ideenwettbewerben teil, die seit 1995 ausgeschrieben wurden. Daraus entwickelten sich spannende und fortschrittliche architektonische Konzepte und Realisierungsmöglichkeiten.
Auf diese Weise entstand innerhalb weniger Jahre eine außergewöhnliche Vielfalt an Ideen und Projekten (von denen einige bereits verwirklicht werden). Die komplexe Herausforderung war einerseits die historische Architektur zu bewahren, andererseits eine neue Architektur zu integrieren, die Venedig zu einem Zentrum zeitgenössischer Architektur machen soll. Die Antwort darauf waren architektonisch vorbildliche Lösungen.
Die Architekten: Neben bekannten italienischen Architekten wie Vittorio Gregotti, Francesco Venezia und Gian Carlo De Carlo und einer jüngeren Architektengeneration wie Carmen Andriani, Alberto Cecchetto, Cino Zucchi und Carlo Magnani, beteiligten sich an den Wettbewerben u. a. David Chipperfield aus England, Santiago Calatrava und Enric Miralles aus Spanien, Frank O. Gehry aus den USA, Ben van Berkel aus den Niederlanden sowie Boris Podrecca, Wilhelm Holzbauer, Paolo Piva und Hubmann & Vass aus Österreich.
Die Ausstellung: Die Ausstellung möchte die bedeutendsten Entwicklungen dieser außerordentlich produktiven Zeit einem breiten Publikum präsentieren. Es werden sowohl die Beiträge der einzelnen Architekten wie auch das gesamte Spektrum des Wandels der Stadt Venedig und ihrer Umgebung gezeigt.
In einer Fotoreportage von drei venezianischen Fotografen – Luca Campigotto, Alessandra Chemollo und Fulvio Orsenigo – sind die Stadtteile zu sehen, die die eigentlichen Protagonisten dieses Vorhabens sind. Zahlreiche Modelle, Pläne, Originalzeichnungen und Fotografien werden zur Schau gestellt.
Der Katalog: Venezia. La Nuova Architettura. Herausgegeben von Marco De Michelis (in italienischer Sprache). Einleitung von Massimo Cacciari (Bürgermeister von Venedig). Beiträge von Roberto D’Agostino, Anna Marson, Marino Folin, Marco De Michelis, Jean-Louis Cohen, Leonardo Benevolo Verlag Skira, Milano 1999. Preis 280 Schilling.
In deutscher Sprache liegt der Katalogbeitrag von Marco de Michelis „Stück für Stück die Zukunft entwerfen. Neue Projekte für eine historische Stadt“ auf.
Eine Ausstellung der Gemeinde Venedig, der Fondazione Giorgio Cini und des Istituto Universitario di Architettura di Venezia
Kuratoren: Marco De Michelis und Mario Spinelli
Bearbeitung für Architektur im Ringturm: Adolph Stiller