COOP HIMMELB(L)AU. Die Wiener Trilogie + ein Kino. 3 Wohnbauten in Wien und ein Kino in Dresden.
21. April - 15. Mai 1999
In der Veranstaltungsreihe Architektur im Ringturm präsentiert die Wiener Städtische drei Wochen lang neue Projekte und Bauten des österreichischen Architektenteams COOP HIMMELB(L)AU WOLF D. PRIX, HELMUT SWICZINSKY + PARTNER. Gezeigt werden drei Wohnprojekte in Wien und der UFA-Kinopalast in Dresden.
Der 1998 fertiggestellte UFA-Palast Dresden und der SEG Wohnturm in Wien sowie die beiden Wiener Wohnprojekte SEG Wohnblock (Remise) und Umbau des Gasometers werden anhand von Plänen, 31 Modellen und Fotos präsentiert. Das umfangreiche Material bietet Einblick in die unterschiedlichen Entwurfansätze der Bauten.
Die Wiener Wohnbauprojekte bilden den Schwerpunkt der Ausstellung. Sie zeigen die Umsetzung und Weiterentwicklung der Architekturkonzepte des Teams aus den vorangehenden Jahrzehnten.
SEG Wohnturm: Für den 60 Meter hohen SEG Wohnturm wurde eine Glasfassade entwickelt, die als Klimafassade den Energiehaushalt des Turms unterstützt. Darüber hinaus schafft sie – als den Baukörper teilweise umhüllende Glashaut – Raum für verglaste Loggien. Diese können zwei bis drei Stockwerke umfassen oder einzelnen Wohnungen vorgelagert sein. Das 9. Stockwerk steht als "Skylobby" – als Gemeinschaftsfläche mit Veranstaltungsraum, Kinderspielraum, "Teleworking-Café" und Sonnendeck – allen Bewohnern zur Verfügung. Jeder der 70 Wohnungen liegt ein Loftkonzept mit offenen Grundrissen – ohne tragende Zwischenwände – zu Grunde.
SEG Wohnblock: Der SEG Wohnblock ist als Pendant zur traditionellen Wiener Blockrandbebauung zu verstehen. Der geschlossene Block wird aufgelöst und in neuen Baukörpern in differenzierter Form zusammengefügt. Dadurch entstehen offene Freiräume in der Gebäudestruktur. Diese werden für die Bewohner als Gemeinschaftsräume und -flächen, als öffentliche, halböffentliche und private Loggien, Terrassen und Gärten auf unterschiedlichen Niveaus mit unterschiedlichen Orientierungen nutzbar. Die insgesamt 140 Wohneinheiten werden einerseits als ineinander verschränkte Maisonetten angeboten; andererseits als Ein- bis Dreizimmer-Geschoßwohnungen. Der Mix aus Geschäften, Büros und Gastronomiebetrieben in Erdgeschoß- und Obergeschoßzone sorgt für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Gasometer: Die vier historischen und denkmalgeschützten Gasometer werden ein neues Stadtteilzentrum von Wien. Auftraggeber des Gasometers von COOP HIMMELB(L)AU ist die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). An der Planung für die Entwicklung dieser neuen Wohnformen arbeiten neben COOP HIMMELB(L)AU drei weitere Architektenteams (u.a. Jean Nouvel).
Das Konzept von COOP HIMMELB(L)AU fügt dem Bestand drei neue Volumina hinzu: den Zylinder im Inneren, das Schild als markanten, außen sichtbaren Zubau und die multifunktionale Veranstaltungshalle, die Platz für 3000 Personen bietet und sich im Sockelbereich des Gasometers befindet. Die insgesamt 360 Wohnungen bieten differenzierte Wohnformen, die von 3-Zimmer-Maisonetten und Loft-Wohnungen bis zu Kleinappartements und Studentenwohnungen reichen. Durch die Durchmischung von Büros und Wohnungen werden neue Formen der Kombination von Wohnen und Arbeiten erwartet.
UFA-Palast Dresden: Der UFA-Palast Dresden in Deutschland, ist ein multifunktionaler Kinokomplex. Bestehend aus dem Kinoblock und dem transparenten Kristallkörper bietet er in acht Kinosälen Platz für 2600 Besucher.
Der Entwurf basiert auf der städtebaulichen Überlegung, das Kino als öffentlichen Raum zu nutzen. Durch seine Lage ist das Kino als städtebauliche Querverbindung zwischen Pragerstrasse und St. Petersburger Strasse prädestiniert. Das kristallförmige Foyer ist nicht nur Eingangshalle, sondern auch urbanes Forum.
COOP HIMMELB(L)AU: COOP HIMMELB(L)AU wurde 1968 in Wien, Österreich, von Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky gegründet und ist seither als Team in den Bereichen Architektur, Kunst und Design tätig.
Das Architektenteam arbeitet zur Zeit an internationalen Projekten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, den USA, Japan und Mexiko. Es erhielt in den letzten Jahren zahlreiche Auszeichnungen, gewann internationale Wettbewerbe und war bei der maßgebenden Ausstellung der "Deconstructivist Architecture" (Museum of Modern Art New York, 1988) als Mitbegründer dieser Richtung vertreten.
Zu den bekanntesten realisierten Projekten von COOP HIMMELB(L)AU zählen neben dem in der Ausstellung gezeigten UFA-Palast Dresden und dem SEG Wohnturm in Wien u.a. der Wiener Dachausbau Falkestraße, der Museumspavillon in Groningen (Niederlande) und das österreichische Büro- und Forschungszentrum Seibersdorf.
Katalog: Der vorliegende Katalog erschien anläßlich derselben Ausstellung in der Galerie Aedes, Berlin, im Herbst 1998. Für die Ausstellung im Ringturm wird zusätzlich ein achtseitiger Folder aufgelegt.